Der Sandmair Hof

Die geschichtlichen Wurzeln des Sandmair Hofes (Karl- Hof) reichen bis weit in das vergangene Jahrtausend zurück. Die erstmalige urkundliche Erwähnung findet man um das Jahr 1450.

Eine Urkunde vom 6.5.1481 lautet z.B.: Stephan Heckmair hat an das Kloster zu geben:
Eisengelt 6 Pfund, 100 Eier, 10 Käse, 10 Hühner, 1 Mattag
oder 16 & 1 Weiset, 1 Zopf, 1 Roß gen Kehlheim …

In den folgenden Jahrhunderten wechselten aus vielerlei Gründen wie Verkauf, Heirat oder tragische Schicksalsschläge die Besitzerfamilien auf dem Hof. Auch war er zeitweise Ökonomiehof des Klosters Indersdorf. Nach der Aufhebung des Klosters Indersdorf 1783 wird ein Ökonomiemeister notwendig , der die Gründe für das Chorherrenstift (Kollegialstift in München) verwaltet.
1803 wird der Hof an Josef Brettmeister verkauft und ist seither in Familienbestitz.

 

Sagenhaftes…

„Die Schlange mit dem Krönlein im Hardt“

Der Sage nach soll auf dem Hardt, einem hügeligen Gelände nordöstlich von Landgenpettenbach, einstmals ein Schloss gewesen sein. Zuletzt lebten auf dem schon fast einer Ruine ähnlichem Schlosse drei adelige Fräulein.
Doch eines Tages versank dieses Schloß. Nach langer Zeit kam ein armer, doch recht braver Knecht auf den Hardt. Plötzlich begegnete ihm eine Schlange, die ein zierliches, goldenes Krönlein auf dem Haupte trug. In ihrem Munde hatte sie einen goldenen Schlüssel. Sie richtete sich vor dem Manne auf und gab ihm zu verstehen, daß er sie erlösen könne, wenn er keine Angst zeige und kein Wort verlauten lasse. Die Schlange führte den Mann auf geheimnisvollen Wegen in das versunkene Schloß. Gräßliches Geheule empfing ihn, doch er zeigte keine Furcht. Endlich kamen beide in den großen Saal des ehemaligen Schlosses. In der Ecke stand eine mit Eisen beschlagene Truhe. Der goldene Schlüssel paßte dazu. in dem Augenblicke, als er aufzusperren begann, hörte der Knecht einen tiefen Seufzer. Vor ihm stand das erlöste Fräulein.

Zum Dank für die Erlösung schenkte sie dem Manne den großen Schatz. Mit diesem kaufte sich der Knecht einen großen Bauernhof. Man spricht vom heutigen Karlhof ( = Hofname, jetzt Sandmairhof) in Langenpettenbach, nahe dem Pfarrhof; dieser Hof gehörte einstmals zum Kloster Indersdorf.

Erstaufzeichnung durch Hauptlehrer Josef Obesser, Schwabhausen, nach einer Erzählung seines Vaters.
Erschienen in „Altbairische Sagen, Geschichten und Legenden aus dem Dachauer Land“ von Alois Angerpointner.

 

Inspiriert durch diese Sage, haben wir die Schlange mit dem Krönlein in unser Hoflogo in Form der „gekrönten“ Erdbeere mit einfließen lassen.

Impressionen vom Sandmair-Hof anfang des vergangenen Jahrhunderts.